ARTS CLUB BERLIN wurde 2012 als Diskursformat ins Leben gerufen. Mit dem ARTS CLUB BERLIN im VBK bieten wir ein kommunikatives Forum, um Themen der Zeit, die aktuellen Lebens- und Produktionsbedingungen, neue Kommunikationsmedien und -verfahren von Kulturschaffenden miteinander und mit der interessierten Öffentlichkeit zu reflektieren und zu diskutieren. Die unübersehbaren Konflikte und drängenden Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen stellen mit ihren politischen als auch sozialen Dimensionen unsere Gesellschaften vor neue, bisher nicht gekannte Herausforderungen.  Auch für Künstler*innen bedeutet dies die Bereitschaft zum Perspektivwechsel und den Mut zur Erprobung neuer Möglichkeiten in der Auseinandersetzung über Kunst, ihre Mittel, ihre Relevanz und wechselnden Kontexte.

Regelmäßige Vorträge fördern die interdisziplinäre, kultur- und generationsübergreifende Verständigung.

Der ARTS CLUB BERLIN versteht sich als ein Ort der Gastfreundschaft. Neben der Vernetzung Berliner Kulturproduzent*innen, ist es ein besonderes Anliegen, auch denjenigen, die neu in der Stadt sind, einen Orientierungspunkt in der Berliner Kunstszene zu bieten. Zugleich sucht der Arts Club Partnerschaften und projektorientierte Zusammenarbeit mit Studierenden, Absolvent*innen von Kunstwissenschaft und Kunstgeschichte, internationalen Austausch- und Stipendienprogrammen, den Kulturabteilungen der Botschaften und Kunstinstitutionen, die in Berlin verankert sind.

VORTRAGSREIHE OKTOBER / NOVEMBER 2026

WAS FÜR EIN HAUS !
WAS FÜR EIN QUARTIER !

Anlässlich des 185. Jubiläums lädt der Verein Berliner Künstler e.V. im Herbst zu einer fünfteiligen öffentlichen Vortragsreihe ein.

Im Mittelpunkt stehen Geschichte, Gegenwart und Zukunft des VBK und seines denkmalgeschützten Vereinssitzes, des HAUSES DER KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER, in dem der Verein seit 1964 beheimatet ist. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten die Vorträge die Geschichte des Hauses und des Berliner Tiergarten- und Lützowviertels, das bürgerliche und kulturelle Leben des Quartiers sowie die Geschichte seiner jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner. So wird der historische Ort zum Ausgangspunkt für vielfältige Einblicke in Berliner Kultur- und Stadtgeschichte und für die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst.

Projektleitung | Sabine Schneider
Produktionsleitung | Katarzyna Sekulla
Assistenz | Celine Fehler

  

Montag, 12.10.2026, 19 Uhr

Ein Stadttrauma: Landwehrkanal, Kulturforum, Lützowviertel
Nikolaus Bernau | Architekturhistoriker und Architekturkritiker

Zwischen dem Schöneberger Ufer und dem Kulturforum verläuft der Landwehrkanal. Angelegt wurde er um 1705 als Floßgraben für Holztransporte zwischen Ober- und Unterlauf der Spree. Zwischen 1840 und 1850 wurde er vor allem für den Transport von Baumaterialien in erst getreidelten, dann mit Dampfbetriebenen Schlepp- und -Schubschiffen genutzt. Die Pläne entwarf Peter Joseph Lenné zugleich als Schmuckkanal, der mit Bäumen bepflanzten Uferstraßen nach französischem, englischem und niederländischem Vorbild ein bürgerliches Wohnpublikum locken sollte. Seit etwa 1850 entstand im Rahmen des Ausbaus des Lützowviertels und des Tiergartenviertels eine geschlossene Uferbebauung mit Stadtvillen und Etagenwohnungshäusern.

 


Montag, 26.10.2026, 19 Uhr

Kunst und Künstler im Lützowviertel 1830 bis 1930
Prof. Dr. Paul Enck | Stadtforscher

Während im Tiergartenviertel, nördlich des Landwehrkanals, teure Kunst verkauft wurde und bei reichen Sammlern an den Wänden hing, lebten viele der Künstler südlich des Landwehrkanals im Lützowviertel, früher die Schöneberger Vorstadt, heute Tiergarten-Süd, in Entbehrung. Hier gab es Atelierhäuser für Maler und Bildhauer, hier residierten Berliner Kunstvereine, befanden sich Galerien und Auktionshäuser der traditionellen und avantgardistischen Kunst, und viele Malschulen. Dieses rege Kulturleben zwischen 1830 und 1930 wiederum wurde verdrängt, als zunehmend private und staatliche Institutionen die Nähe zum Regierungsviertel suchten.


Montag, 09.11.2026, 19 Uhr

Die Medizinerin Rahel Hirsch (1870-1953)
Dr. Benjamin Kuntz | Medizinhistoriker / Museum im Robert Koch-Institut / RKI

Rahel Hirsch lebte und arbeitete von 1906 bis 1918 im Haus Schöneberger Ufer 57 (damals Nr. 31). Sie wurde 1913 die erste preußische Professorin der Medizin an der Charité Berlin. Ihre wissenschaftliche Karriere, die Verfolgung im Nationalsozialismus, die jüdische Nachbarschaft im Lützowviertel, ihre Emigration nach England und das heutige Gedenken an ihre Arbeit sind die Aspekte des Vortrags des Medizinhistorikers.

 


Montag, 23.11.2026, 19 Uhr

Der Verein Berliner Künstler im 19. Jahrhundert
Dr. Anke Matelowski | wissenschaftl. Mitarbeiterin / Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Der Verein Berliner Künstler wurde 1841 gegründet und galt bis zum Aufkommen der Secessionen als wichtigste Vertretung der Berliner Künstlerschaft. Er bot seinen Mitgliedern nicht nur die Möglichkeit des gedanklichen Austauschs in künstlerischen Fragen und der Beteiligung an Ausstellungen, sondern setzte sich aktiv für Veränderungen auf sozialem und kunstpolitischem Gebiet ein. Viele Themen sind bis heute aktuell. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung des Vereins im 19.Jahrhundert und gibt zudem einen Einblick in dessen herausragende historische Fotosammlung. Die Fotografien vom Landesausstellungsgelände am Lehrter Bahnhof, vom eigenen Künstlerhaus in der Bellevuestraße und von opulenten Künstlerfesten dokumentieren ein lebendiges Berliner Künstlerleben.

 


Montag, 30.11.2026, 19 Uhr

„Die Welt will Grunewald von mir!“ Walter Leistikow – Briefe 1886 – 1908
Lesung mit Hans-Jürgen Schatz | Schauspieler
Einführung und Moderation von Dr. Sabine Meister | Kunsthistorikerin /
Leistikow-Expertin / Bröhan Museum

Walter Leistikow (1865–1908) war als junger Maler ca. 12 Jahre aktives Mitglied im Verein Berliner Künstler, bis er 1898 aus kunstpolitischen Gründen austrat. Der humorvolle Briefeschreiber fesselt mit den Schilderungen seines gesellschaftlichen und künstlerischen Lebens und der wilden Jahre der frühen Berliner Secession. Vor ungefähr 15 Jahren wurden in Halle auf dem Dachboden der Villa, die Leistikows Freund Carl Beleites bewohnt hatte, ein Konvolut mit Briefen der Leistikow-Familie wiederentdeckt (heute im Bröhan Museum).
Dazu ist eine Publikation im Deutschen Kunstverlag erschienen: Walter Leistikow. Briefe von 1886 bis 1908. Hg. v. Margrit Bröhan, erschlossen von Dr. Sabine Meister, Berlin 2018.
Der durch viele Film- und Fernsehrollen und vom Theater bekannte, mehrfach ausgezeichnete Schauspieler Hans-Jürgen Schatz ist auch als Erzähler und Vortragender ein hervorragender Interpret.

Die Vortragsreihe findet mit freundlicher Unterstützung von Evelyn Schultze-Zeu und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung statt.
Unser herzlicher Dank gilt unseren Unterstützer*innen und Referent*innen für ihr Engagement, ihre wertvolle Zusammenarb
eit und die bereichernden Impulse.

Flyer zum Herunterladen


VERGANGENE VORTRAGSREIHEN im ARTS CLUB BERLIN

ACB: Kunst ohne Heimat – Art without home | Juni – Juli 2024

ACB: Kunst oder Künstlich? | September 2022 – Februar 2023

ACB Archiv (im Bau)

Die Aufzeichnung der bisherige Vorträge (sowie ihre Teaser und Highlights) finden Sie auf unserem YouTube Kanal.

Projektleiterin: Sabine Schneider, 1. Vorsitizende VBK
Produktionsleiterin: Katarzyna Sekulla